Vodka

Die beliebteste Spirituose an der Bar

So hat sich Vodka bis heute zum meist konsumierten Sprit weltweit empor gearbeitet, noch vor Sochu (einem asiatischen Schnaps, der aus allem möglichen bestehen soll, das sich einmaischen und vergären lässt, also Reis, Mais, sogar Süßkartoffeln. Damit sind wir beim Stichwort „Kartoffeln“. Die Erdknolle kam in den Wodka, als im zaristischen Russland nichts anderes verfügbar war, aus dem man Schnaps produzieren konnte – und es war auch nicht das Gemüse selbst, sondern dessen Schalen, die bis zum Sprit verarbeitet wurden – allzu oft mit fürchterlichen Folgen. Auch heute noch genießen die Schwarzbrenner in den entlegensten Winkeln Russlands den zweifelhaften Ruf, ihren Kunden mehr Schaden als Nutzen zuzufügen.

Heute unterscheiden wir zwischen zwei Vodkafamilien: dem Ost- und dem Westvodka. Ersterer kommt überwiegend aus Russland und Polen, letzterer aus Skandinavien, den USA und Deutschland; allerdings sind hier nur die wichtigsten Länder genannt, denn das „Wässerchen“ kann überall dort hergestellt werden, wo es Getreide gibt – also nahezu auf der ganzen Welt.

Generell können wir heute feststellen, dass Vodka wohl die reinste – trinkbare – Spirituose ist, böse Zungen sprechen vom „Besten Schnaps, der nach nichts schmeckt“. Das allerdings bringt auch Nachteile mit sich: Die meisten Vodka-Brenner renommieren heute mit vielfacher Destillation und noch mehr Filterung. Das hat allerdings den Nachteil, dass der Sprit, je höher und je häufiger er destilliert wird, zwar um so sauberer, aber auch um so ärmer an Aromen wird. Deshalb gehen polnische und russische Brenner mit dem Alkoholgehalt bei der Destillation nicht so hoch wie andere und erhalten damit einen aromatischeren Alkohol. Das heißt nun aber nicht, dass das Zeug deswegen unreiner ist, denn für die Sauberkeit ist immer noch das exakte Herausschneiden des Mittellaufs nach der Destillation entscheidend und da besteht nicht der geringste Zweifel. Das ist auch der Grund warum Vodka aus den Ursprungsländern Polen und Russland bei vielen Liebhabern der Spirituose beliebter ist als eher neutrale aus den Westländern.

VODKA IN DEUTSCHLAND

Wie in den meisten anderen Ländern auch ist das Wässerchen in Deutschland der beliebteste Sprit an der Bar. Eine besondere Geschichte sind die Flavoured Vodkas. Der älteste aromatisierte Vodka ist Grasovka (Importeur: Semper Idem Underberg): die Geschmacksveränderung wurde mit Büffelgras erreicht, von dem ein Halm dekorativ in der Flasche schwebte. Dann kam Absolut (Maxxium): mit Absolut Vanilla begann es 1986 und es folgten die Aromen „Citron“, „Peppar“, „Kurant“(Schwarze Johannisbeere), „Mandrin“, „Raspberry“ (Himbeere) und schließlich „Apeach“ (Pfirsich). Damit hatten die Schweden eine Lawine losgetreten, der die meisten anderen Importeure bis heute folgten. Zwar polarisierte der aromatische Stoff, Puristen konnten damit nicht besonders viel anfangen, aber aufhalten konnte den Boom keiner mehr. Heute bieten die meisten Marken auch „Flavoureds“ an. Smirnoff, Vodka-Weltmarktführer (Diageo) und nach Bacardi die meist verkaufte Spirituose der Welt liefert heute Vanilla, Raspberry, Citrus und Orange.