Gin - der Engländer mit Gewürz-Zusatz
Di Werner Obalski - Versione integrale dell'articolo su Business Gastro-Trends 5 (03 2008)

Diese Spirituose ist in Deutschland nicht so bekannt wie Vodka, aber für Bartender ist sie ausgesprochen wichtig. Denn Gin ist die Basis für zahlreiche Cocktails
Queen Mum, die Mutter der englischen Königin, starb im Jahre 2002 mit 101 Jahren. Dass sie eine ausgewiesene Gin-Liebhaberin war (in erster Linie der Marke Beefeater), war nicht nur bekannt, sondern vor allem ihrer Tochter ein Dorn im Auge. Die soll des öfteren - vergeblich - auf die alte Dame eingewirkt haben, dieser englischsten aller englischen Spirituosen zu entsagen.
Wenn Whisky typisch für Schottland ist, dann ist Gin typisch für England. Kein Wunder, dass die meisten Brennereien im Süden des United Kingdom zu finden sind, viele davon in der Nähe Londons, denn dort soll das Wasser das beste sein. Und Wasser wird jede Menge gebraucht, ebenso wie Getreide. Diese Rohstoffe hat Gin mit Vodka gemeinsam, dennoch wird am Ende der Produktion ein komplett anderer Schnaps daraus. Grundsätzlich ist Gin eine neutrale Spirituose - und das ist auch der Grund, dass er bei den Barkeepern genauso beliebt ist wie Vodka. Denn er lässt sich mit vielen anderen Spirituosen und vor allem mit Sirups und Fruchtsäften hervorragend kombinieren.
Genever und Gin
Die Entwicklung der Spirituose Gin ist ähnlich abenteuerlich wie die des Absinths. Schon kurz nach Beginn der Produktion handelte sich auch der aromatische Klare mit dem charakteristischen Wacholderaroma den zweifelhaften Ruf ein, die Leute entweder blind zu machen oder gleich umzubringen. Das lag nicht zuletzt am mehr oder weniger schlechten Image, das er sich eingefangen hatte - überall zu bekommen, meistens billiger Fusel usw.usw...
Die Basis des Gins ist - wie gesagt - Getreide. Allerdings hat er einen ganz eigenen Geschmack. Das liegt an seiner Aromatisierung mit Wacholder, Koriander, aber auch mit anderen Gewürzen und sogar mit exotischen Früchten. Wacholder heißt auf Holländisch “Genever”.
